Kunstrasenplatz für die DJK Grün-Weiß Amelsbüren
Noch herrschte eine gelöste Stimmung vor, als die Infoveranstaltung eröffnet wurde. Später kamen Wut und teilweise auch Resignation auf, weil es mit dem erhofften Kunstrasenplatz für die DJK Grün-Weiß weiterhin nichts wird (Foto: Michael Grottendieck).Das Ende aller Illusionen: Ein Informationsabend der Amelsbürener CDU zu den dringend benötigten neuen Sportstätten in einem rasant gewachsenen Stadtteil gibt einen ungeschminkten Zwischenstand, der aus Perspektive der Amelsbürener Sportler alles andere als erfreulich ausfällt.
An allen Ecken und Kanten fehlt es am Geld. „Die Stadt Münster ist schlichtweg pleite“, bekennt der Vorsitzende der Ortsunion, Martin Schulze-Werner, in frappierender Offenheit. An eine neue Turnhalle ist gegenwärtig nicht zu denken, für einen neuen Kunstrasenplatz ist zumindest im laufenden Jahr der Zug abgefahren.
Die DJK Grün-Weiß Amelsbüren fleht nach Jahren zermürbender Verhandlungen geradezu um eine Perspektive. Die Sportler, insbesondere die Fußballer, schwanken zwischen Wut und Resignation. „Ist diese Veranstaltung heute völlig umsonst?“, meldet sich ein Fußballer nach annähernd zwei Stunden Debatte zu Wort.
„Alle müssen an einem Strick ziehen“, lautet die Botschaft, die von den beiden CDU-Politikern Stefan Weber und Martin Schulze-Werner kommt. Der Verein müsse seine Interessen im Stadtsportbund vehement vertreten, CDU und SPD wollen sich im engen Schulterschluss für die Sportler einsetzen. Aber auch die müssen aktiv werden. Weber verweist auf die Grundschule Loevelingloh, die sich erfolgreich gegen eine Schließung zur Wehr gesetzt hat. „Die haben es vorgemacht.“
Geschlagene neun Jahre ist es her, dass die DJK erstmals einen Antrag auf Bau eines Kunstrasenplatzes gestellt hat, ruft der Vorsitzende Andreas Wigger in Erinnerung. Im nächsten Jahr feiere man „ein trauriges Jubiläum“. Wigger: „Ich bin es langsam leid. Neue Anträge stellen wir nicht. Ich möchte, dass der Antrag, den wir gestellt haben, irgendwann zum Ende kommt.“
Neuester Vorschlag der Verwaltung nach dem Veto gegen eine Vorfinanzierung (WN, 14.3.): Die Politik soll in den Haushalt 2014 zusätzliche Gelder zu dem berühmten Zwei-Millionen-Topf für den Unterhalt der Sportanlagen in Münster zur Verfügung stellen. Was bleibt den Amelsbürener Lokalpolitikern anderes übrig, als sich dafür stark zu machen – obwohl sie wissen, dass dieses eine Herkulesarbeit ist. CDU und SPD werden hier kooperieren, verspricht SPD-Chef Friedhelm Schade, der zur CDU-Veranstaltung gekommen ist. Gemeinsames Vorgehen fordert auch Schulze-Werner, notfalls „mit List und Tücke“. Weber will Oberbürgermeister Markus Lewe nach Amelsbüren lotsen.
Der DJK-Vorsitzende Wigger sagte am Ende. „Es ist etwas anderes, wenn 150 Leute deutlich machen, wie wichtig unser Anliegen ist, als wenn zwei Vorstandsvertreter mit der Stadt verhandeln.“ Jemand ruft: „Wir sind bislang nicht laut genug gewesen.“