CDU Ortsunion Amelsbüren
#WIRINMÜNSTER

Die Stadt will neu verhandeln

Lebensmittelmarkt Amelsbüren: Netto gibt die Verantwortung für die Absage an den Vermieter weiter

 Der eine wäre nach eigenem Bekunden vor Schreck beinahe vom Stuhl gefallen, der andere hätte vor Freude am liebsten Luftsprünge vollzogen. Unterschiedlicher konnten die Amelsbürener Parteivorsitzenden von CDU und SPD auf den Rückzieher des Netto-Marktes nicht reagieren.  Wie gestern exklusiv berichtet, wird der Lebensmitteldiscounter nicht nach Amelsbüren kommen. Gestern erklärte eine Pressesprecherin von Netto ihr Bedauern und gab die Verantwortung weiter an den Investor, der das Gebäude errichten wollte, um es an den Discounter zu vermieten.  Man hätte „sehr gerne“ an diesem Standort eine Filiale eröffnet, erklärte die Netto-Sprecherin. „Leider konnte mit dem Vermieter kein adäquates Angebot umgesetzt werden, so dass wir entgegen unseres Vorhabens keinen neuen Markt eröffnen können.“
Offenbar sah der Investor keine Wirtschaftlichkeit mehr gegeben. Dieser Grund wird zumindest in einem Schreiben des Städtekämmerers Alfons Reinkemeier an Lokalpolitiker im Stadtbezirk angegeben, das am Montagnachmittag die Runde machte. Reinkemeier schlug darin die Wiederaufnahme von Verhandlungen mit den verbliebenen Interessenten an, die im vergangenen Jahr ein Angebot abgegeben hatten. In der politischen Diskussion in Amelsbüren werden unterschiedliche Schlüsse gezogen. CDU-Chef Martin Schulze-Werner begrüßte den Vorschlag des Kämmerers, forderte aber „zügige Verhandlungen“ mit den Interessenten. Das bisherige Tempo des zuständigen Liegenschaftsamtes kritisierte er als zu langsam. Der Vorsitzende der SPD in Amelsbüren, Friedhelm Schade, erneuerte seine Forderung, der Standort im Süden Amelsbürens müsse aufgegeben werden. Er sah sich bestätigt in seiner Auffassung, dass dort kein Lebensmittelmarkt wirtschaftlich betrieben werden könne. Die Fläche soll man baurechtlich umwidmen, damit so der Weg „für eine Einfamilienhaus-Bebauung“ frei werde.