Bürgerprojekt wird konkret
Münster-Amelsbüren - Manche Vorurteile halten sich hartnäckig: Beim Wort Bürgerradweg denken manche an einen Schotterweg, der nur leidlich ausgebaut ist, weil das ganze Vorhaben nicht zu viel Geld verschlingen darf. „Das ist beileibe nicht so“, stellt Ludger Suttarp, Vorsitzender des Vereins IBROS, klar. „Ein Bürgerradweg wird nach dem Stand der Technik gebaut.“ Also mit schöner Asphaltdecke und ordentlichem Unterbau, dass die Landwirte ihn mit ihren schweren Schleppern queren können, wenn sie zu ihren Äckern an der Ottmarsbocholter Straße fahren.
Gestern rückten die Vermesser aus und schufen die Vorbereitungen, dass die Bagger bald loslegen können. Im ersten Bauabschnitt entstehen die ersten 600 Meter, insgesamt werden 2800 Meter als Bürgerradweg ausgebaut. Der Verein IBROS baut den Radweg, der nach der Fertigstellung in das Eigentum der Stadt Münster übergeht.
Während Martin Wurzer-Berger, Stefan Weber und Ludger Suttarp nochmals die Pläne zur Hand nehmen, beginnen an der Ottmarsbocholter Straße bereits die Vermessungsarbeiten für den neuen Bürgerradweg (Foto: Michael Grottendieck)Die Arbeiten wurden an die Firma Benning aus Roxel vergeben. Tatkräftige Mithilfe ist erwünscht und erforderlich, sagt Martin Wurzer-Berger, der zweite Vereinsvorsitzende. Je mehr Mithilfe beim ersten Bauabschnitt, desto leichter wird es auch, den zweiten Abschnitt zu realisieren. Bis zum Winter sollen die Planungen hierfür abgeschlossen sein. Auch der Grunderwerb soll dann erfolgen. Einige Verhandlungen werden noch notwendig sein - mit einigen Privateigentümern, aber auch mit der Stadt.
Das erste Streckenstück zwischen Abzweigung „Zur Windmühle“ bis zum Hartmanns Brook soll in gut sechs Wochen fertig sein. Zunächst geht es zwischen der Baumreihe und dem noch stehenden Maisfeld hindurch. Durch den Wald jedoch darf der Radweg nicht geführt werden, da er zum Naturschutzgebiet gehört. Bis zur Bahnlinie wird der 2,25 Meter breite Radweg über den jetzigen Graben geführt, der Graben wird verrohrt. „Das ist der mit Abstand teuerste Abschnitt“, weiß Ludger Suttarp. Bis zur zweiten Spur der sogenannten Ypsilon-Kreuzung am Hartmannsbrook führt der Radweg. Hier gibt es einen Übergang für die Radfahrer.
„Mit dem Baubeginn wird das Zutrauen wachsen, dass auch der zweite Bauabschnitt gelingen kann, wenn alle mitziehen“, ist Amelsbürens Ratsherr Stefan Weber überzeugt.