Eine Entscheidung naht
Münster-Amelsbüren - „Wie viel Einzelhandel braucht Amelsbüren? Ist es mit einem Discounter getan?“ Diese Fragen stellt die Amelsbürener SPD in den Raum und lädt zu einer Bürgerinformation ein. Gleichzeitig ist mittlerweile klar geworden, dass eine erneute Ausschreibung für einen Discounter-Markt im Neubaugebiet am 7. Februar im zuständigen Liegenschaftsausschuss beraten wird. Das Thema Einzelhandel ist gegenwärtig so heiß wie seit Jahren nicht mehr.
Während CDU und SPD bei einem anderen kommunalpolitischen Thema, einer neuen Turnhalle für Amelsbüren, den engen Schulterschluss übten, ist ein Konsens beim Thema Einzelhandel weit und breit nicht in Sicht. Hier prallen die Ansichten - wie bereits vor zweieinhalb Jahren im Wahlkampf - in unverminderter Härte aufeinander.
Für die CDU bekräftigt der Vorsitzende Martin Schulze-Werner, dass man am Standort im Neubaugebiet festhalten werde. „Wir haben uns in dieser Frage bereits vor den letzten Kommunalwahlen festgelegt.“ Außerdem gebe es für den Standort bereits ein Baurecht - „und das gibt man nicht so leicht aus der Hand“.
„Augen zu und durch.“ Diesen Vorwurf erhebt Friedhelm Schade in Richtung CDU. Er will das Thema noch einmal grundsätzlich debattieren und von den Bürgern wissen, welche Einkaufsmöglichkeiten sie in Amelsbüren wünschen. Denn nicht erst seit der Schließung des Schlecker-Marktes im Dezember kocht dieses Thema. Seit dem Weggang des Edeka-Marktes Tinz vor mehr als fünf Jahren ist hier keine Ruhe eingekehrt. Schade lädt daher am Dienstag (10. Januar) zu einer Veranstaltung ein, die um 19.30 Uhr in der „Alten Post“ beginnt.
Als „probates, hinlänglich bekanntes politisches Mittel, die Dinge auf die lange Bank zu schieben“, kritisiert Schulze-Werner diesen Schritt der SPD. Der Wunsch nach einem zweiten Lebensmittelmarkt in Amelsbüren sei groß. Sowohl Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt als auch Ratsherr Stefan Weber (CDU) hätten nur deshalb die Liegenschaftsverwaltung erfolgreich dazu gebracht, von ihren „exorbitanten Kaufpreiserwartungen“ abzurücken. „Jetzt wird nach dem Höchstbieterverfahren ausgeschrieben“, kündigt Schulze-Werner an. „Wenn alles gut läuft, sehen wir in diesem Jahr die Bagger anrollen.“
Die Sache hat nur einen Haken: Die CDU hat im Rat keine Mehrheit mehr. Sie müsste sie organisieren, wie auf der anderen Seite auch die SPD. Vielleicht mischt dabei ein künftiger Ratsherr namens Friedhelm Schade eifrig mit. Als Nachrücker steht bereits Gewehr bei Fuß, ist zu hören.