Drei Ortsverbände feiern vereint Neujahrsempfang mit Oliver Wittke
Drei eigenständige Ortsverbände nennt die CDU im Süden von Münster ihr eigen: Hiltrup, Amelsbüren und Berg Fidel - sie hatten sich zusammengetan, um gestern ihren Neujahrsempfang in der Stadthalle Hiltrup zu gestalten. Der Vorsitzende der Hiltruper Christdemokraten, Jürgen Ohm, nahm die Gäste im Foyer der Halle persönlich in Empfang.
Der Generalsekretär der CDU in NRW, Oliver Wittke, hatte sein Kommen schon im Februar 2010 versprochen. Er sei gern gekommen, um die zu ehren, die der Union in guten wie in schlechten Zeiten die Stange gehalten hätten. Außerdem habe sich die CDU zum Ziel gesetzt, mehr zu diskutieren und zu erklären. Verstärkt wolle man Bürgerversammlungen organisieren. Als gutes Zeichen sah Wittke, dass zu einem Leitantrag zur Schulpolitik 700 Änderungsanträge eingegangen seien. Bei allen neuen Positionen von der Energie- bis zur Lohnpolitik sei die CDU ihrem Markenkern treu geblieben: Die soziale Marktwirtschaft sei erfolgreich, müsse aber heute anders gestaltet werden als zu Ludwig Erhards Zeiten. Als zusätzliches Ziel komme heute die Generationengerechtigkeit hinzu. Scharf griff er die Politik der Landesregierung an: Wenn deren präventive Schuldenpolitik richtig sei, müsse es doch Griechenland gut gehen.
Zu den zahlreichen Mitgliedern, die die Ortsverbände und Wittke für lange Mitgliedschaft ehrten, zählten unter anderem Helga Hesse und Josef Poggenborg (40 Jahre Mitgliedschaft), Heinz Hartmann (60), Rolf Branse (50) und die langjährige Vorsitzende von Amelsbüren, Barbara Boßler (25). Etliche zu Ehrende waren allerdings nicht erschienen, ein „schwaches Bild“, wie ein Mitglied nach dem offiziellen Teil äußerte.
Für Amelsbüren erwähnte dessen Ortsverbandsvorsitzender Martin Schulze-Werner besonders den 102-jährigen Melchior Große Beckmann. Humorig appellierte er: „Wenn Sie lange leben wollen, werden sie Mitglied der CDU Ortsunion Amelsbüren!“ Zudem wies er auf das bevorstehende Jubiläum der Ortsunion hin.
Sein Amtskollege Josef Alichmann aus Berg Fidel freute sich, dass der Stadtteil so lange schon im Rat der Stadt Münster vertreten ist.
Der laut Ohm „wichtigste Mann im Ort“, Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt, betonte die gute Zusammenarbeit in der Bezirksvertretung auch mit den anderen Parteien und die Bedeutung, die er der Jugend beimesse. Von den elf Projekten im Bereich Hiltrup müsse man für nur eines die Stadt in die Pflicht nehmen, nämlich für die Stadthalle - die Stadt sei dafür „verantwortlich ihre Liegenschaften in Ordnung zu halten“.
Der frühere Bürgermeister Dr. Franz Tölle hatte zuvor gesagt, die Stadthalle bleibe sicher erhalten, die Diskussion darum sei „überflüssig“. Beiden war der Beifall sicher. Tölle forderte die Ortsunion auf, in den Neubaugebieten aktiv zu werden.
Am Rande gab er preis, wie er es einst als Ratsherren-Kandidat für Berg Fidel schaffte, in den Rat einzuziehen: Man habe die Wahlbezirke so abgegrenzt, dass der Bereich um das Kloster dazu zählte.
Ihr genaues Gründungsdatum hat die Hiltruper CDU nicht herausfinden können. Ihr 60-jähriges Bestehen dokumentierte sie aber auf Stellwänden mit allerhand historischen Dokumenten ab anno 1948.