Rückendeckung für Weber
Münster-Amelsbüren. "Gute Jahre" habe Amelsbüren erlebt. Und erlebe sie immer noch. Amelsbüren, so Martin Schulze-Werner, habe in 60 Jahren von der Arbeit der Ortsunion profitiert. Diese Arbeit habe man gerne gemacht und tue es immer noch. Weil man im Stadtteil als Gemeinschaft lebe und die Partei vor Ort aus Freunden bestehe.
Der Vorsitzende der Ortsunion blickte gestern trotz strahlenden Sonnenscheins zeitweilig ernst drein. Denn über alle Freude zum 60. Geburtstag der Ortsunion hinaus seien in den vergangenen Tagen "unschöne Dinge" geschehen. "Wenn wir in Amelsbüren nach Entscheidungen suchten, hat es auch mal geblitzt und gerappelt. Am Ende aber haben wir gemeinsame Positionen nach außen getragen." Jemand aus den eigenen Reihen sei hingegen innerhalb der CDU Münster "in übelster Weise verunglimpft worden". Damit reagierte Schulze-Werner auf die anonyme Kritik am CDU-Kreisvorsitzenden Stefan Weber, der ursprünglich für den Bundestag kandidieren wollte (WN berichtete).
"Es ist völlig inakzeptabel, dass in einer Partei, die den Buchstaben C im Namen trägt, andere menschlich so niedergemacht werden", sagte Schulze-Werner. Die Urheber seien in der Stadt zu suchen, hatte er vorab erklärt. "Diese Leute sollen jenseits des Kanals bleiben. Die brauchen wir hier nicht."
Im Schatten der St.-Sebastian-Kirche nahmen die etwa 50 Parteimitglieder und Freunde bei der Feier aber auch Schulze-Werners Botschaft an, den Tag zusammen zu genießen, das Jubiläum in freundschaftlicher Atmosphäre zu begehen.
Auf einem Flügel wurde derweil "Yesterday" von den Beatles gespielt, ein Alleinunterhalter knotete Luftballons für Kinder, es gab frisch gezapftes Pils und im Jugendzentrum "Black Bull" Frikadellen.
Ernst war es dann aber auch Karl-Josef Laumann zumute. Der Fraktionschef der CDU im Landtag und Abgeordnete aus dem Kreis Steinfurt erklärte als Gastredner, die Arbeit als Kreisvorsitzender "sei die schwerste in einer Partei". Weber habe seine fachliche Qualifikation durch seine Arbeit unter Beweis gestellt.
Amelsbürens letzter Bürgermeister vor der Eingemeindung zu Münster (1975) ging schließlich doch noch intensiver auf die 60 Jahre ein - Bernhard Waltermann skizzierte sechs Jahrzehnte Kommunalpolitik als erfolgreiche Zeit, für die Gemeinschaftssinn und Fairness Garant gewesen seien. Und das solle so bleiben.